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Halt mal kurz: Das Känguru-Chroniken Spiel im Test

Halt mal kurz: Das Känguru-Kartenspiel von Marc-Uwe Kling

Halt mal kurz: Das Känguru-Spiel

Kartenspiel

Spieler
3-5
Alter
ab 8 Jahren
Dauer
20-30 Minuten
Verlag
Kosmos
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Kennst du das Känguru? Das kommunistische Beuteltier mit den Schnapspralinen? Trägt manchmal rote Boxhandschuhe? Mitbewohner von Marc-Uwe Kling, Kleinkünstler und Buchautor der Känguru-Chroniken?

Nein? Kein Problem, denn das kurzweilige Kartenspiel Halt mal kurz bietet einen unverbindlichen Einstieg in die Gedankenwelt des Kängurus, die auch für Neulinge wunderbar geeignet ist, für drei bis fünf Personen.

Wie spielt man Halt mal kurz?

Normalerweise versuchen wir zumindest die Spielanleitung neutral zu beschreiben. Allerdings haben wir es bei Halt mal kurz einfach nicht hinbekommen. Das Kartenspiel ist so selbstironisch, dass wir nur um dein Verständnis bitten können.

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Du bist mit Marc-Uwe Kling, dem Känguru, Herta und Co. vertraut? Dann starte direkt das Video mit der animierten Spielanleitung und überspringe diesen Abschnitt!

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spielende, je nach Anzahl der Spieler, bis zu sieben Karten. Ziel des Spiels ist es, keine Karten mehr auf der Hand zu haben.

Die Spielkarten sind in zwei Kategorien unterteilt, witziger und nicht-witziger Stress. Außerdem sind auf den Karten die drei Symbole Känguru, Pinguin oder Kleinkünstler abgebildet. Damit eine Karte auf den Ablagestapel gelegt werden kann, muss sie eine passende Kategorie oder Symbol haben. Ist dies nicht möglich, muss der Spielende eine Karte vom Nachziehstapel ziehen.

Im Gegensatz zu normalen Ablegespielen basiert Halt mal kurz auf intensiver Interaktion. Es gibt keinen Moment im Spiel, in dem ruhig und friedlich eine Karte nach der anderen auf den Ablagestapel gelegt wird.

Witziger Stress

Drei nicht-witzige Spielkarten. Von links nach rechts: Schnick-Schnack-Schnuck, "Ach - mein, dein" und Kommunismus.
  • Halt mal kurz
    Beginnen wir mit der namensgebenden Karte. Mische deine Karten, sage „Halt mal kurz“ und gebe einem Mitspieler die Hälfte davon.
  • Ach, mein… dein
    Sage „Ach – mein, dein… das sind doch bürgerliche Kategorien“ und gebe einem Spieler eine beliebige Karte.
  • Schnick-Schnack-Schnuck
    Einzeln oder als Gruppen-Schnuck. Der Gewinner gibt eine Karte ab. Wer mit Brunnen spielen möchte, muss dies vorher ansagen.
  • Vollversammlung
    Alle Stimmen ab, wer wem eine Karte gibt.
  • Der Kommunismus
    Die Karten aller Spieler werden zusammengelegt, gemischt und gleichmäßig umverteilt. Da wahrer Kommunismus sehr selten ist, kommt diese Karte nur ein einziges Mal im Spiel vor.
  • Not-to-do-Liste
    Sage „Das steht auf meiner Not-to-do-Liste“, um eine beliebige Aktion abzuwehren.

Nicht-witziger Stress

Drei nicht-witzige Spielkarten. Von links nach rechts: Polizei, Nazi, Kapitalismus
  • Der Kapitalismus
    Wer viel hat, der bekommt viel. Der Spieler mit den meisten Karten zieht zwei Karten vom Nachziehstapel.
  • Nazis
    Das kommunistische Känguru hat regelmäßig Probleme mit Nazis, auch im Kinofilm. Wer in Halt mal kurz einen Nazi sieht, muss draufschlagen. Wer zuletzt auf den Nazi draufschlägt, muss eine Karte ziehen.

    Böses-Ende-Regel:
    Sollten sich zwei oder mehr Spielende weigern auf den Nazi zu schlagen, ergreift der Nazi die Macht. Dann gewinnt die Person, die den Nazi gelegt hat.
  • Polizei
    Du bestimmst, wer von nun an mit offenen Karten spielt. Quasi eine zufällige, verdachtsunabhängige Intensivkontrolle. Erst wenn der nächste Polizist gespielt wird, dürfen die Karten zurück auf die Hand.

    Seltsamerweise sehen Polizisten fast genau so aus wie Nazis. Wer jedoch einen Polizisten schlägt, muss eine Karte ziehen.

Razupaltuff

Razupaltuff Spielkarte: "Darf nur weitergegeben, nicht abgelegt werden."

Mit der Sonderkarte Razupaltuff bedient sich das Känguru an einem weiteren bekannten Kinderspiel: das Kartenspiel Schwarzer Peter.

Diese Karte darf nur weitergegeben, aber nicht abgelegt werden. Aus diesem Grund ist sie keiner Stress-Kategorie zugeordnet. Wenn du die Karte im Spiel bekommst, sage „Razupaltuff“.

Macht Halt mal kurz Spaß?

Man muss kein Anhänger des Asozialen Netzwerks sein, um Spaß an Halt mal kurz zu haben. Durch die vielen Parallelen zu Kinderspielen fällt der Einstieg nicht sonderlich schwer. Halli Galli, Schwarzer Peter oder Schnick-Schnack-Schnuck – irgendwas davon hat jeder mal gespielt.

Je mehr Personen mitspielen, desto mehr Spaß bereitet das Spiel. Während unserer Spieleabende war zum Beispiel die Vollversammlung besonders effizient, als wir eine ungerade Anzahl an Mitspielern waren. Um den Überblick beim Abhandeln dieser Spielkarte zu behalten, empfehlen wir bei fünf Versammlungsteilnehmern zunächst den Empfänger und dann den Übergebenden zu wählen.

Im Gegensatz zu normalen Ablegespielen nimmt das Spiel nicht erst dann Tempo auf, wenn ein Spieler die letzte Karte auf der Hand hat. Sobald man sich im nicht-witzigen Stressbereich befindet, wird ein Nazi nach dem anderen abgelegt, während die Spieler fröhlich draufschlagen. Und natürlich befindet sich genau dann ein Polizist dazwischen, wenn es gerade besonders hektisch ist.

Abschließend sei erwähnt, dass die demokratischen Entscheidungen der Vollversammlung ein kooperatives Element in das Spiel bringen, während Kapitalismus und Kommunismus unterschiedliche Wertesysteme repräsentieren. Mit einem großen Augenzwinkern könnte man es fast als pädagogisch wertvolles Reisespiel bezeichnen.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich die Känguru-Chroniken oder etwas anderes von Marc-Uwe Kling gelesen haben, um „Halt mal kurz“ zu verstehen?

Nein, es ist immer eine witzige Runde, auch für diejenigen die das Känguru nicht kennen. Allerdings könnten dir ein paar Pointen entgehen.

Muss ich den Känguru-Kinofilm gesehen haben?

Der Kinofilm ist vier Jahre nach Halt mal kurz veröffentlicht worden. Und nein, du musst auch nicht das Hörbuch gehört haben.

Gibt es weitere Känguru-Spiele?

Exit: Das Spiel – Die Känguru-Eskapaden, „Game of Quotes: Verrückte Zitate“ und „Würfel-WG“. Alle beim Kosmos-Verlag erschienen.

Welche Känguru-Bücher gibt es?

Marc Uwe-Kling hat drei Känguru-Bücher beim Ullstein-Verlag veröffentlicht: „Die Känguru-Chroniken“, „Das Känguru-Manifest“ und „Die Känguru-Offenbarung“.

Halt mal kurz: Das Känguru-Spiel
ist beim Kosmos Verlag erschienen.

Unsere Bewertung

  • Humorvolles, interaktives Ablegespiel für Groß und Klein.
  • Geschick und Schnelligkeit gleichen schlechte Handkarten aus.
  • Man muss Marc-Uwe Kling nicht kennen, um Spaß am Spiel zu haben.
  • Die Videoanleitung allein ist schon ein Highlight des Spieleabends.
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