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Meta (Rollenspiel)

Was bedeutet Meta (Rollenspiel)?

Im Rollenspiel-Bereich umfasst das Meta bzw. Metaplay alle Entscheidungen und Handlungen eines Charakters, die von außerhalb des Spiels beeinflusst werden. Meist durch den kontrollierenden Spieler selbst. In vielen Situationen ist Meta-Spiel mit Schummeln gleichzusetzen.

Wie sieht eine Meta-Situation während eines Rollenspiels aus?

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Folgende Beispiele aus Dungeons and Dragons sind typisch für Metaplay:

  • Die Gruppe teilt sich auf. Ein Charakter aus Gruppe A wird von einem Taschendieb bestohlen. Kurz darauf läuft Gruppe B dem Dieb über den Weg und beschuldigt ihn der Straftat.

    Das Rollenspiel-Meta besteht in dieser Situation darin, dass die Charaktere aus Gruppe B nichts von dem Diebstahl hätten wissen können. Ihre Spieler haben das gemeinsam am Spieltisch erlebte auf die Spielsituation übertragen.
  • Eine Spielergruppe trifft auf einen Troll. Der Krieger verkündet, dass der Troll 80 Lebenspunkte habe und jede Runde 10 Lebenspunkte regeneriert. Die Regeneration könne durch Säure- oder Feuerschaden gestoppt werden.

    Das Metaplay besteht darin, dass der Charakter vielleicht die Schwächen des Trolls kennt, diese aber niemals in exakten Werten ausdrücken könnte. Oder weißt du, wie viele Lebenspunkte du besitzt?

Wie geht man mit so einer Situation um?

Der Dungeon Master (Spielleiter) entscheidet, wie eine Meta-Situation aufgelöst wird. Dabei hat er verschiedene Möglichkeiten. Er kann das Geschehene weiterlaufen lassen, um den Spielfluss nicht zu unterbrechen. Oder die Situation wird zurückgedreht, als sei sie nie geschehen.

Vieles hängt dabei vom Kontext ab. Wenn ein Mitspieler beim Händler einen Heiltrank kauft und du ihn bittest, auch einen für dich mitzunehmen – obwohl dein Charakter gerade im Gasthaus schläft – dann ist das zwar falsch, aber die Auswirkungen auf das aktuelle Spielgeschehen sind minimal.

Wie unterscheidet sich Rollenspiel-Meta vom Turnier-Meta?

In beiden Fällen beschreibt das Meta die Zuhilfenahme einer übergeordneten Ebene.

  • Beim Rollenspiel-Meta ist der Spieler die übergeordnete Ebene. Indem er sein Wissen auf seinen Charakter überträgt, verändert er die Spielsituation.
  • Beim Turnierspiel-Meta ist die übergeordnete Ebene die Turnierszene. Indem ein Spieler erfolgreiche Listen und Strategien aus vergangenen Turnieren kopiert, versucht er die Erfahrungen von anderen auf sein eigenes Spiel zu übertragen.

Im Gegensatz zum Turnierspiel ist das Meta im Rollenspiel meist ein unerlaubter und von anderen Spielern unerwünschter Eingriff in das Spielgeschehen.