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Orcs Orcs Orcs: Tower Defense mit Zauberern im Test

Orcs Orcs Orcs - Ein Tower Defense und Deck Building Brettspiel.

Orcs Orcs Orcs

Fantasy-Spiel

Spieler
2-4
Alter
ab 10 Jahren
Dauer
60-90 Minuten
Verlag
Queen Games
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Orcs Orcs Orcs ist ein Tower Defense Brettspiel, in dem ein bis vier Spieler sich im jÀhrliche Ork-Turnier der Zauberer messen. Besonders hervorzuheben sind die Zauberkarten, die du in jeder Runde von Neuem geschickt kombinieren musst.

Das Spiel lÀuft in etwa so ab:
Mit lautem GebrĂŒll stĂŒrmen dutzende Orks Welle um Welle auf den Turm in der Mitte der Arena vor. Wie Saruman der Weiße stehst du auf der Spitze und lasst deine Worte als Donner auf die grĂŒne Horde krachen. Lauter Jubel bricht unter den Zuschauern aus, als du gleich drei Orks zu Asche verwandelst.

Klingt das gut? Dann freu dich auf spannendes Deck Building und dutzende Orks.

Wie spielt man Orcs Orcs Orcs?

In Orcs Orcs Orcs ist der Begriff Tower Defense (en. Turm Verteidigung) wortwörtlich zu nehmen. Denn anstatt ein Ziel mit TĂŒrmen vor Gegnern zu verteidigen, ist der Turm das Ziel der Orks. Deine Aufgabe als Zauberer ist es, die Orks davon abzuhalten und – es ist immerhin ein Turnier – mehr Orks als deine Mitspieler zu besiegen.

Das Orcs Orcs Orcs Spielfeld zu Spielbeginn.

Der sechseckige Turm steht in der Mitte einer kreisrunden Arena. Auf dem Turm steht je eine Zauberer-Figur in der Farbe des Spielers. Die Arena selbst ist in zwölf Wege (en. Lanes) unterteilt, ĂŒber welche die Orks zum Turm gelangen.

Zu Beginn jeder Runde wird eine Schicksalskarte aufgedeckt. Diese Karte gibt vor, welche Orks sich in dieser Runde auf den Turm zubewegen. Außerdem lösen Schicksalskarten ab und zu Spezialeffekte gegen die Spieler aus.

Das Spiel endet, sobald keine Orks mehr nachgezogen werden können. Dann zÀhlen die Spieler zÀhlen ihre Punkte von besiegten Orks, Gift-Karten und Zauberkarten zusammen. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt das Ork-Turnier und darf sich Meisterzauberer nennen.

Ein Spielzug im Detail

Vier Schicksalskarten fĂŒr die Orks.
Die Schicksalskarte bestimmt die Aktion der Orks, danach sind die Spieler dran.

Der Spielzug eines Spielers lÀuft wie folgt ab:

  1. Kreaturmarker aufdecken
    Sollte auf einem Weg des Spielfelds kein Orks mehr stehen, zieht der Spieler einen darauf liegenden Kreaturenmarker. Auf der RĂŒckseite des Markers ist ein Ork abgebildet, der sofort auf den Weg gesetzt wird.
  2. Aktionen ausfĂŒhren
    In Orcs Orcs Orcs stehen den Spielern die Aktionen zaubern, bewegen und passen zur VerfĂŒgung.

    Mit Zaubern greift ein Spieler Orks an, wirkt unterstĂŒtzende Effekte auf sich selbst oder lernt neue Zauber. Dazu verwendet er Karten aus seinem Zauber-Deck. SpĂ€ter mehr dazu.

    Eine Bewegung bringt die Zauberer-Spielfigur auf eine andere Seite des Turms. Das ist dann sinnvoll, wenn auf der eigenen Bahn keine (lohnenswerten) Ziele mehr stehen.

    Hat ein Spieler keine weiteren Möglichkeiten, kann er passen.
  3. Karten nachziehen
    Zum Abschluss seiner Runde wirft ein Spieler seine Handkarten ab und zieht vier neue Karten vom Nachziehstapel.

Danach ist der nÀchste Spieler dran. Haben alle ihren Spielzug beendet, beginnt die nÀchste Runde mit dem Ziehen der Schicksalskarte.

Deck-Building mit Zauberkarten

Die Zauberkarten Fire Spark, Fireball, Switch, Cold Snap, Ice Storm und Voodoo.
Eine Auswahl an einfachen und komplexen Zauberkarten. Abgesehen von der englischen Bezeichnung der SprĂŒche, enthalten diese kaum Text.

Das Zauber-Deck stellt die Macht des Zauberers in Orcs Orcs Orcs dar und folgt dem sogenannten Deck-Building Mechanismus. Jeder Spieler startet mit den gleichen Zauberkarten in einem eigenen Deck. Dieses erweitert er im Laufe des Spiels um neue, mĂ€chtigere Karten und entwickelt einen individuellen Zauberstil. Die Karten sind in drei Arten von ZaubersprĂŒchen unterteilt:

  • Angriffszauber schaden einem oder mehreren Orks.
  • Wissenszauber (ZauberbĂŒcher) erlauben es dem Spieler neue Zauberkarten zu erhalten.
  • UnterstĂŒtzungszauber verĂ€ndern die Situation auf dem Spielfeld zum eigenen Vorteil.

Im Gegensatz zu Ablege-Kartenspielen, wie zum Beispiel Halt mal kurz, besitzt jeder Spieler einen eigenen Ablage-, Handkarten- und Nachziehstapel. Legst du eine Zauberkarte ab, erscheint sie frĂŒher oder spĂ€ter wieder auf deiner Hand. Aber wie wirkt man denn jetzt einen Zauber?

Die Zauberkarten Fire Spark, Smash und zwei Spellbooks.
Firespark (Angriffszauber mit zwei Stufen und einer roten Ladung), Smash (Angriffszauber mit drei Stufen und einer grĂŒnen Ladung) und zwei ZauberbĂŒcher (je zwei Ladungen).
  1. Ausgangssituation
    Du hÀltst die vier oben abgebildeten Zauberkarten auf der Hand. Dein Ziel ist ein Ork mit zwei Lebenspunkten.
  2. Zauber aussuchen
    Als Erstes suchst du dir einen Angriffszauber aus, der mindestens zwei Schadenspunkte erzeugt. Der Fire Spark-Zauber erzeugt mit zwei roten Ladungen zwei Schadenspunkte, daher wÀhlst du ihn als Basiszauber aus.
  3. Energie hinzufĂŒgen
    Als NĂ€chstes reicherst du den Basiszauber mit Energie an. Fire Spark hat bereits eine rote Ladung. Die zweite rote Ladung erhĂ€ltst du aus einem der ZauberbĂŒcher.
  4. Zauber ausfĂŒhren
    Du legst beide Zauberkarten offen auf den Tisch und wendest den Basiszauber auf dein Ziel an. Danach nimmst du den erlegten Ork vom Feld und fĂŒgst ihm deinem TrophĂ€enstapel hinzu.

Macht Orcs Orcs Orcs Spaß?

Ja und das liegt hauptsĂ€chlich an den Zauberkarten. Da ein Zauberer mehrere Aktionen hat, musst du deine Handkarten in jeder Runde geschickt zu mehreren Zaubern kombinieren, um dir einen möglichst großen Vorteil zu schaffen.

  • Voodoo-Zauber zwingen deine Mitspieler Gift-Karten in ihr Zauber-Deck aufzunehmen. Eine Gift-Karte enthĂ€lt keine Ladung und kostet in der Endwertung zwei Punkte.
  • FlĂ€chen-Zauber erlauben dir Angriffe auf Wege, die von deinen Mitspielern besetzt werden. Somit können sie keine Punkte fĂŒr den von dir erlegten Ork kassieren.
  • MĂ€chtige UnterstĂŒtzungszauber erlauben es dir Karten abzuwerfen, neue zu ziehen und eine weitere Aktion auszufĂŒhren. So können in einer Runde viele Orks vom Feld entfernt werden.

Die große Anzahl von Möglichkeiten sorgt dafĂŒr, dass auch fortgeschrittene Spieler viel Spaß am AustĂŒfteln spektakulĂ€rer Kombinationen haben. Brettspiel-Einsteiger hingegen können sich mit einfachen Angriffszaubern ĂŒber Wasser halten, bevor sie sich an die komplexeren UnterstĂŒtzungszauber herantasten.

Die Illustrationen auf den Karten sehr humorvoll und bieten einen guten Eindruck, was dein Zauberer auf dem Spielfeld veranstalten kann. Allerdings wurden die englischen Titel der Karten nicht ĂŒbersetzt. Auch wenn deutschsprachige KĂ€ufer dadurch hier ein paar Euro beim Kaufpreis sparen, ist es ein wenig enttĂ€uschend. Zwar erklĂ€rt die Anleitung jede Karte im Detail, trotzdem möchte ich sie beim Spielen nicht stĂ€ndig herumreichen.

Als leidenschaftlicher Tabletop Spieler prĂŒfe ich beim Thema Orks und den Standee-Spielfiguren natĂŒrlich, ob man diese gegen Miniaturen austauschen kann. In Orcs Orcs Orcs ist dies definitiv möglich. Auf den Wegen kannst du Bases bis zu einer GrĂ¶ĂŸe von 40 mm platzieren. Die Zauberer hingegen sollten auf 32 mm Bases das Spielfeld betreten.

Funktioniert Tower Defense als Brettspiel?

Nahaufnahme der Orcs Orcs Orcs Arena

Ja, auch wenn die Orks sich sehr geradlinig auf den Turm zubewegen, sehe ich viele Parallelen zu Tower Defense Videospielen.

Im Gegensatz zum klassischen Tower Defense kann das Ziel der Orks nicht zerstört werden. Erreicht ein Ork den Turm, sinkt der Punktewert seines Typs in der Endabrechnung. Außerdem muss der Zauberer auf der Seite des Turmes ein gleichwertiges Modell aus seinem TrophĂ€enstapel abgeben.

Dieses System kannst du zu deinem Vorteil nutzen, indem du Orks mit UnterstĂŒtzungszauber auf den Turm hilfst und so deinen Mitspielern schadest, die viele Orks dieses Typs besitzen. Aus diesem Grund ordne ich Orcs Orcs Orcs als semi-kooperatives Spiel ein.

Vielleicht fragst du dich inzwischen, warum ich so wenig zu den Orks selbst schreibe. Auch wenn das Spiel Orcs Orcs Orcs heißt, stellen diese nur grunzende Zielscheiben dar. NatĂŒrlich schafft es ab und zu mal ein Ork den Turm hochzuklettern, aber wir wurden bislang noch nie ĂŒberrannt.

Als Tower Defense AnhĂ€nger ist das mein einziger Kritikpunkt. Ich spiele das Genre gerade weil es herausfordernd ist, eine große Horde unter Kontrolle zu halten. Mit zwei Zauberern auf dem Turm mag das etwas herausfordernd sein, aber zu viert kommen die Orks nicht weit. Eine Situation, in der ein besonders großer Gegner erscheint und alle sich darauf konzentrieren mĂŒssen, gibt es ebenfalls nicht.

Orcs Orcs Orcs
ist beim Queen Games Verlag erschienen.

Unsere Bewertung

  • Vielseitige Zauber lassen auch nach mehreren Spielen keine Langeweile aufkommen. Außerdem ist auch mit wenigen Angriffszaubern ein Sieg möglich.
  • Je weniger Spieler mitspielen, desto schwieriger wird das Spiel.
  • Die Option auf geheime AuftrĂ€ge bringt viel Spannung mit sich.
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